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Schweden – ein erfolgreicher internationaler Mittler


Wieder einmal konnte Schweden, wie so oft in der Geschichte der internationalen Beziehungen unter Beweis stellen, dass es in schwierigen Situationen des Weltgeschehens mit Vernunft und Geduld die Partner zu akzeptablen Ergebnissen bringen kann. So ist die im 2. Halbjahr 2009 übertragene EU-Ratspräsidentschaft Schwedens durchaus als ein Erfolg für das nordeuropäische Land zu werten. Während im 1. Halbjahr die innenpolitische Krise Tschechiens und der Widerstand seines Präsidenten Klaus die tschechische Ratspräsidentschaft für die EU ziemlich uneffektiv machte, gelang es dem schwedischen Ministerpräsidenten Reinfeldt in geduldigen Gesprächen den bis zuletzt widerstrebenden tschechischen Präsidenten zur Unterschrift unter den Lissabonner Vertrag zu überzeugen.
Mit dem Inkrafttreten des Lissabonner Vertrages, der Konstituierung eines neuen EU-Parlaments, der Wahl einer neuen Kommission und der Ernennung eines ständigen Ratspräsidenten sowie einer Außenbeauftragten hat für die EU unter der schwedischen Ratspräsidentschaft ein neuer Entwicklungsabschnitt begonnen. Welche enormen politischen und diplomatischen Anstrengungen dafür seitens Schwedens mit den übrigen 26 europäischen Mitgliedsstaaten notwendig waren, kann man an der vorhandenen Meinungsvielfalt ermessen. Sicher war die Unterstützung der schwedischen Position durch Deutschland dabei eine wichtige Hilfe.
Nicht alle Pläne, die sich Schweden vorgenommen hatte, sind aufgegangen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat dazu beigetragen, dass die langfristigen Wirtschaftspläne und das Finanzbudget für die EU auf später vertagt werden mussten. Beim Kopenhagener Klimagipfel konnten sich Schwedens weitgehende Vorstellungen ebenfalls nicht durchsetzen. Auch bei den Agrarsubventionen musste Schweden Zugeständnisse machen. Für die einheitliche Gesundheitspolitik, die es erlaubt hätte, auch Behandlungen in den Nachbarländern zu gewährleisten, gab es keine Zustimmung. Dagegen wurde die gemeinsame Strategie für die Entwicklung und den Schutz des Ostseeraumes angenommen. Auch für die innen- und justizpolitische Zusammenarbeit wurde im sicherheitspolitischen Interesse Konsens erzielt. So soll es eine einheitlichere Flüchtlings- und Asylpolitik geben.
Auch für die Lösung der schwierigen Situation auf dem Balkan hat Schweden Teilerfolge für sich verbuchen können. Der Grenzkonflikt zwischen Slowenien und Kroatien konnte mit einem Vertrag beigelegt werden. Damit haben sich die Beitrittsverhandlungen mit Kroatien erleichtert.
Im Januar hat Schweden den Ratsvorsitz an Spanien übergeben. Es kann für sich in Anspruch nehmen, für die Entwicklung eines sich stärker in die Weltpolitik einbringenden Europas einen wichtigen Beitrag geleistet zu haben. Die Freunde Schwedens können dafür nur dankbar sein.
Manfred Schmidt

Mitt Smultronställe

Mein Lieblingsplatz



An dieser Stelle soll über bevorzugte oder andere interessante Plätze in Schweden berichtet werden:

Omberg


    Wenn man von der Westseite des Vättern, da wo unsere Jubiläumsfahrt hinführen wird, zum Ostufer des Sees schaut, sieht man, wie sich das vorwiegend flache Ufer zu einem Steilhang und zu einem Berg erhebt. Der Omberg. Hier befindet sich ein naturschönes Reservat mit vielen historischen Bezügen, in welchem die sagenumwobene urzeitliche Königin Omma gelebt haben soll. Die erste Bekanntschaft schlossen wir mit dieser Landschaft, die sich wahrscheinlich zur Smultronställe eignet – dort wo man sich mit Wohlbehagen in der Natur willkommen fühlt – als wir das Vandrarhem Stocklycke als Rastplatz auf unserer Reise weiter nach Norden aufsuchten. Ein schmaler Fahrweg führte uns von der Landstraße, an der wir noch die Ruinen des Klosters Alvastra entdeckten, hinauf zu dieser ruhigen idyllischen Stelle, von der aus man dann auf einem Fußsteig hinunter zum klaren Wasser des Sees spazieren kann. Hat man etwas länger Zeit, so bietet sich auch ein Ausflug in südlicher Richtung zu Ellen Keys Strand an (Museum ihres Wohnhauses). Wir aber wählten den Fahrweg weiter hinauf zur Steilküste, von der sich dann der beeindruckende schöne Blick über die Weite des Vätternsees eröffnet. Von dort lockt der Wanderweg zum höchsten Punkt des Omberg-Reviers: Hjässa. Doch wir wollten noch zum nördlichen Zipfel, dort wo Drottning Omma zu Hause gewesen sein soll (oder noch ist?). Unterhalb befindet sich eine Grotte, die sich bildete, als Omma um ihren Geliebten weinte – ein Riese, der beim Überqueren des Vätterns auf dem Weg zu ihr umkam. Ein berührend elegisches Bild entsteht, wenn ein typischer Dunst über dem Omberg liegt und vermeintlich die fortwährende Trauer der Königin ausdrückt.
Wenn man von der höchsten Stelle des Berges nach Osten blickt, erkennt man den See Tåkern (Vogelschutzgebiet), jenen See, an dem Selma Lagerlöff Nils Holgersson gemeinsam mit den Wildgänsen die erste Umweltaktion durchführen lässt, indem sie die geplante Absenkung des Sees verhindern.

Claus Wolf